18.03.2026

by

Andreas

Dorta

Warum die Schweiz jetzt bei der Staatsquote handeln muss — und wie KI dabei hilft

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Warum die Schweiz jetzt bei der Staatsquote handeln muss — und wie KI dabei hilft

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Dorta

Warum die Schweiz jetzt bei der Staatsquote handeln muss — und wie KI dabei hilft

Eine unbequeme Analyse.

Und ein konkreter Vorschlag.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ihn niemand schreiben will. Weil das Thema unbequem ist. Weil es Fragen aufwirft, auf die wir noch keine fertigen Antworten haben. Aber genau deshalb müssen wir jetzt darüber reden.

Die Ausgangslage: Was KI mit dem Arbeitsmarkt macht

Wer heute behauptet, KI werde — wie jede industrielle Revolution zuvor — einfach neue Jobs schaffen, macht es sich zu einfach.

Ja, bei der Industrialisierung wurden Weber durch Fabrikarbeiter ersetzt. Bei der Digitalisierung wurden Schreibkräfte durch IT-Fachleute ersetzt. Immer entstanden neue Berufe, die die alten kompensierten.

Diesmal ist es anders. Und ich sage das nicht leichtfertig.

Was wir gerade beobachten:

KI ersetzt zuerst die Einstiegspositionen. Texte erstellen, Daten aufbereiten, Recherche, Standardanalysen — genau die Aufgaben, mit denen Juniors lernen und zu Experten werden.

Weniger Juniors heute bedeutet weniger Experten morgen. Wenn der Lernweg wegfällt, fehlt in 5–10 Jahren eine ganze Generation von Fachleuten.

Und dann werden auch die Experten ersetzt. Nicht weil KI heute schon besser ist als erfahrene Spezialisten. Sondern weil sie es bald sein wird — und weil es dann schlicht zu wenig neue Experten gibt.

Die Konsequenz: Deutlich mehr Menschen ohne Arbeit. Nicht in 20 Jahren. In den nächsten 5–10.

Studien gehen davon aus, dass bis zu einem Drittel der Arbeitsplätze in entwickelten Volkswirtschaften Automatisierungsrisiken ausgesetzt sind — laut OECD-Analysen sind etwa 14% der Jobs hochgradig gefährdet, während McKinsey Global Institute für bestimmte Branchen von bis zu 30% spricht. Die Schweiz ist davon nicht ausgenommen.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Die Diskussion, die zurückkehrt

Am 5. Juni 2016 hat die Schweiz über das bedingungslose Grundeinkommen abgestimmt — 76.9% Nein-Stimmen, alle 26 Kantone lehnten ab. Das Thema schien erledigt.

Es ist nicht erledigt. Es wird dringender.

Denn nicht nur brauchen wir ein Grundeinkommen — wir müssen auch klären, woher das Geld dafür kommen soll.

Bisherige Modelle basieren darauf, dass Arbeitnehmer und Unternehmen Steuern zahlen. Aber wenn es deutlich weniger Arbeitnehmer gibt? Und wenn der Wettbewerbsdruck dafür sorgt, dass Unternehmen trotz KI nicht massiv mehr Gewinn machen?

Dann fehlt die Finanzierungsbasis. Nicht für ein bedingungsloses Grundeinkommen — sondern für den gesamten Sozialstaat.

Neue Modelle brauchen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, um entwickelt und eingeführt zu werden. Deshalb müssen wir heute anfangen, darüber zu sprechen.

Die Staatsquote: Der vergessene Hebel

Und hier kommt der Punkt, über den fast niemand spricht.

Der Staat steht — anders als Unternehmen — nicht unter Wettbewerbsdruck. Seine Kosten steigen trotzdem. Massiv.

Die Schweizer Staatsquote liegt aktuell bei rund 33–34% des BIP (OECD 2022, Gesamtstaat inkl. Sozialversicherungen). Das klingt überschaubar — bis man die Zahlen im Vergleich sieht: Der EU-Durchschnitt liegt bei rund 47%, Deutschland ebenfalls bei etwa 47%, Frankreich sogar bei 57–58%. Die Schweiz startet also von einer soliden Basis. Aber die Dynamik ist ungünstig: Die Kosten steigen, die Einnahmen werden unsicherer.

Gleichzeitig ist der Staat prädestiniert für Optimierung durch KI. Warum?

Weil ein grosser Teil der staatlichen Tätigkeit aus Administration besteht. Anträge bearbeiten. Formulare prüfen. Daten abgleichen. Berichte erstellen. Genau die Art von Arbeit, die KI schon heute zuverlässig übernehmen kann.

Die Schweiz hat hier eine historische Chance: Die Staatsquote durch intelligente Digitalisierung senken. Nicht durch Leistungsabbau, sondern durch effizientere Leistungserbringung.

Das wäre nicht nur fiskalisch klug. Es würde Mittel freisetzen — Mittel, die wir für die Finanzierung neuer Sozialmodelle dringend brauchen werden.

Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet

Die Schweiz hat gegenüber vielen europäischen Ländern einen Vorteil: Ein flexibles, liberal ausgestaltetes Arbeitsrecht mit hoher Anpassungsfähigkeit.

Das ist ein kompetitiver Vorteil für Unternehmen. Für Arbeitnehmer ist es eine Herausforderung — umso mehr Grund, rechtzeitig zu handeln und die Modelle anzupassen, bevor der Arbeitsmarkt kippt.

Mein Appell

Ich bin weder Politiker noch Ökonom. Ich bin Unternehmer und AI-Berater. Aber ich sehe jeden Tag, wie schnell sich die Technologie entwickelt. Und ich sehe, dass unsere gesellschaftlichen Strukturen nicht Schritt halten.

Wir brauchen drei Dinge — jetzt:

1. Eine ehrliche Debatte über die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt. Ohne Beschönigung, ohne Panikmache.

2. Sofortige KI-Optimierung im öffentlichen Sektor — mit Fokus auf Administration. Jeder Franken, den wir hier einsparen, fehlt später weniger.

3. Neue Finanzierungsmodelle für den Sozialstaat. Die alten werden nicht reichen. Je früher wir anfangen, desto besser.

Die Schweiz hat die Voraussetzungen. Die Innovationskraft. Die pragmatische Kultur. Die wirtschaftliche Stärke.

Was uns fehlt, ist die Dringlichkeit.

Im zweiten Teil dieser Serie beleuchte ich das Thema AI-Regulierung: Warum die Schweiz gerade den besten AI-Standortvorteil Europas hat — und wie Unternehmen ihn nutzen können.

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